Andacht April 2014

Anfang des Jahres hörte ich zum ersten Mal, dass man sich im CVJM mit dem „Paragraph 2“ beschäftigt. Ich war neugierig geworden, was sich dahinter verbirgt. Auf dem Markt der Möglichkeiten der Mitgliederversammlung und in den Berichten des Vorstands gab es Antworten – aber auch Fragen. So war an einer Pinnwand zum §2 zu lesen:
„Wie christlich muss ein Mitarbeiter sein?“

Die Frage beschäftigt mich. Wo finde ich Antworten? In der Satzung? Sie sagt: Ich bin dann Mitglied, wenn ich über 14 bin, vom Vorstand aufgenommen wurde, einen Beitrag zahle und die Grundsätze und Aufgaben des Vereins anerkenne. Letzteres führt mich zurück zum §2: Der nennt als besondere Aufgabe des Vereins die Verkündigung von Gottes Wort. Diese Aufgabe entdecken wir „im Werk und Leben Jesu von Nazareth und in seiner Auferweckung durch Gott.“ Doch Jesus ist nicht nur der Grund unseres Auftrags, sondern soll auch der Inhalt in den vielfältigen Gruppen und Veranstaltungen des Vereins sein heißt es dort weiter.
Ich finde das ganz schön herausfordernd und wundere mich nicht mehr, dass der Vorstand diesen §2 nicht mal eben in einer Sitzung abhandeln und im Verein umsetzen kann. Wie schwer ist es doch diesen Paragraphen in meinem eigenen Leben umsetzen. Jesus als meinen Auftraggeber zu entdecken, bei den großen und auch kleinen Aufgaben des Alltags. Ihn zum Lebensinhalt zu machen. Nach seinem Vorbild mit meinem Gegenüber umgehen, auch wenn der nicht mein bester Kumpel ist.
Bin ich „christlich genug“? Gibt es denn das: „Christ, christlicher, am christlichsten“?

Paulus und Timotheus schreiben denen, die im „selben Geist des Glaubens“ dem auferstandenen Jesus (2. Kor 4,13f.) vertrauen:
„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. Aber das alles von Gott, der uns mit sich selber versöhnt hat durch Christus und uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt. Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.“
(2. Kor 5,17-21)

Wir müssen also nicht „christlich genug“ werden um einen Dienst im Namen Gottes zu tun – Gott selbst ist es, der uns Christen mit sich versöhnt und den Auftrag gibt von seinem einzigartigen Weg der Versöhnung weiterzusagen.
Wie können wir das tun? Paulus sagt: „Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben.“ (1. Kor 3,6) Darin sind Paulus und Apollos gleichwertig.

Bei uns könnte das heißen: „Ich habe in der Feierstunde mitgespielt, du hast Orangen verteilt; aber Gott hat das Gedeihen gegeben.“

Sebastian Brenk