Andacht November 2016

„Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.“ Matthäus 5, 8

Als ich diesen Vers als Denkspruch zu meiner Konfirmation zugesagt bekam, war ich total glücklich. Am Tag der Konfirmation bekommt man das Grinsen sowieso nicht mehr aus dem Gesicht, aber der Vers war für mich von Anfang an etwas Besonderes und da mein Vater ihn mir aussuchte, war es sehr bedeutend und emotional. Doch ich brauchte eine Weile, um dieses Wort zu verstehen.

Ein „reines Herz“.

Puh! Wer kann das schon von sich behaupten? Ich fürchte, niemand von uns. Niemand würde sagen: „Ich habe ein reines Herz, habe noch nie schlechte Taten vollbracht, oder böse Gedanken gehabt.“ Da kommt man dann schnell ins Zweifeln. Es heißt: Selig bin ich, wenn ich ein reines Herz habe, dann werde ich Gott schauen. Wie soll das gehen? Nimmt er mich nicht so an wie ich bin? Mit meinen Fehlern? Denn laut diesem Satz wird nur der, der wirklich frei von Sünde ist – im Herz, Geist, Seele und Leib – Gott begegnen dürfen… Ich als kleiner Mensch, der ständig Fehler macht, schaffe das nicht allein aus eigener Kraft.
Auch David schaffte es nicht allein. In den Psalmen betet er: „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist.“
Das liefert mir die Antwort. Gott befreit mich von den Sünden, nur er kann dieses reine Herz schaffen! Durch Jesu Kreuzigung und den neuen Bund, den Gott mit uns eingeht, haben wir die Zusage des Heiligen Geistes und eines reinen Herzens. Als Nachfolger Jesu, haben wir ein reines Herz. Nicht, weil wir gute Menschen sind, sondern weil wir durch Jesu Opfer „rein“ geworden sind. Und erst dann werden wir Gott schauen. Wer Christus als seinen Retter annimmt, kann Gott sehen, denn durch Christus haben wir ein reines Herz, was es uns ermöglicht, Gottes Heiligkeit und Herrlichkeit zu erfahren.

Deshalb freue ich mich über die zukünftige Jahreslosung, denn sie erinnert mich daran:
Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ez 36,26

Dieser Zuspruch tut gut.

Anna Bräuchle