Jahreslosung 2026: Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! (Offenbarung 21,5)
Klingt zunächst mal ganz gut. Endlich wieder eine Jahreslosung, mit der ich was anfangen kann? Fragezeichen.
Die Jahreslosung besteht nur aus vier Worten:
- NEU
„Neu“ heißt nicht „besser“ – „neu“ ist eine Verschärfung von „anders“ und klingt eigentlich ganz gut, ist aber nicht immer lohnend und meistens mit viel Arbeit, Veränderung und Umstellung verbunden und mit der Unsicherheit, ob „Neues“ wirklich besser ist.
Mit Schrecken erinnere ich mich an meinen ersten Bordeinsatz nach der Seefahrtschule. Der Kapitän begrüßte mich mit den Worten: „Vergessen Sie alles, was Sie auf der Schule gelernt haben, wir machen das hier alles anders.“ Bei Informatikern und Ingenieuren gilt: „Never touch a running system.“ – also von wegen neu ist erstrebenswert!
Vorsichtig wurde bei der Bundestagswahl 1998 von der SPD formuliert: „Wir machen nicht alles anders, aber vieles besser.“ So wurde die Politik von Gerhard Schröder dargestellt, um eine Politik des Fortschritts anstelle eines radikalen Wandels zu bewerben.
Mit „neu“ – will Gott gerade diesen radikalen Wandel, den die Politik vermeiden will.
„Neu“ heißt nicht renovieren, also nicht Altes übertünchen mit neuem Putz, neuer Farbe, heißt eben nicht ausbessern, bearbeiten, optimieren.
Neu ist radikal – altes raus, neues rein. - ALLES
Wenn ich mir die letzten drei Jahreslosungen anschaue:
2024 Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe 2025 Prüfet alles und behaltet das Gute und jetzt – 2026 Ich mache alles neu! fällt vor allem das Wort „alles“ auf.
Meine Frau nennt die Worte, alles, nichts, immer, nie „Totschlagworte“, weil sie jede Diskussion abwürgen und vor allem meistens nicht stimmen. „Du machst immer alles …“ was auch immer – stimmt meistens nicht.
Und Gott sagt in der Jahreslosung genau dieses Wort: „ALLES“. Ende der Diskussion. Kein Klein-Klein, kein Herumdoktern an Symptomen, nicht ein bisschen hier, ein bisschen da, sondern radikal alles. - ICH
Gott sagt „ICH“: Er ist der aktive Teil, nicht wir. Er gibt uns nicht den Auftrag, alles neu zu machen, sondern sagt ICH … Er selbst legt Hand an. Wäre es nicht einfacher, wenn Gott sagen würde: Hallo, Ihr Menschen, macht alles neu …, dann wüssten wir, was zu tun ist, ob wir das schaffen, wäre eine andere Frage, aber wir hätten einen klaren Auftrag. - MACHE
Gott ist der Macher, wir sollen, dürfen, ja vielleicht sogar wir müssen zuschauen. Vor einigen Jahren hielt ich eine Andacht mit dem Titel „Plan B“. Wir erarbeiten für fast alle Lebenslagen und Probleme eine Lösung und meistens sogar noch einen Plan B,
falls Plan A scheitert. Wir geben Gott also gar keine Chance zum Handeln, weil wir meinen, alles selber machen zu müssen und zu können.
Die Herausforderung dieser Jahreslosung ist, Gott machen zu lassen und nicht zu versuchen immer selber dazwischen zu pfuschen – ich soll Geduld und Vertrauen auf Gottes MACHEN haben.
Vielleicht eine nicht ganz einfache Übung für uns in 2026:
Nicht (nur) auf unsere Pläne setzen; als ersten Schritt vielleicht mal Plan B durch Gottvertrauen ersetzen!?
Ich würde die schon sehr kurze Jahreslosung eindampfen auf zwei Worte: Gott sagt: „ICH MACHE …“
Andreas Hasenknopf
(hasenknopf.a@t-online.de)