Andacht November 2026

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Wenn die Blätter fallen „Alles hat seine Zeit“ (Prediger 3,1)

Der Herbst ist eine besondere Zeit. Die Tage werden kürzer, die Luft kühler und die Bäume verändern ihr Gesicht. Grünes Laub färbt sich gelb, orange und rot, bis die Blätter schließlich zu Boden fallen.
Wenn wir durch einen Herbstwald gehen, sehen wir überall dieses Loslassen. Die Bäume halten nicht fest. Sie lassen die Blätter fallen – Blatt für Blatt. Vielleicht können wir gerade darin etwas von Gott entdecken.
Auch unser Leben kennt Zeiten des Festhaltens und Zeiten des Loslassens. Manchmal müssen wir Dinge loslassen, die uns lieb geworden sind. Erwartungen, Sorgen, alte Gewohnheiten oder vielleicht auch einen Menschen, von dem wir Abschied nehmen müssen.
Loslassen fällt uns oft schwer. Wir möchten festhalten an dem, was vertraut ist. Doch der Herbst erinnert uns daran: Loslassen bedeutet nicht immer Verlust. Manchmal schafft es Raum für etwas Neues.
Die Natur zeigt uns, dass Veränderung zum Leben gehört. Nach dem Herbst kommt der Winter, danach wieder der Frühling. Nichts bleibt für immer gleich. Und doch dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott uns durch alle Zeiten begleitet.
Vielleicht ist genau das die Botschaft des Herbstes:
Du musst nicht alles festhalten.
Du musst nicht alles kontrollieren.
Du darfst loslassen – und darauf vertrauen, dass Gott dich hält.

Wenn draußen die Blätter fallen, dürfen auch wir unsere Sorgen für einen Moment fallen lassen. Wir dürfen Gott anvertrauen, was uns beschäftigt, was uns Angst macht und was wir selbst nicht verändern können.
Gott ist da – in den bunten Farben des Herbstes, im Wind, der durch die Bäume weht, in der Stille eines Novembermorgens und auch mitten in unseren ganz persönlichen Veränderungen. Vielleicht nehmen wir uns in diesem Herbst einen Moment Zeit, um bewusst nach draußen zu gehen. Einen bunten Herbsttag zu genießen. Ein Blatt in die Hand nehmen, staunen und vertrauen.
Und vielleicht sagen wir dabei leise:
Gott, ich danke dir für alles, was war.
Ich vertraue dir an, was ich loslassen muss. Und ich vertraue darauf, dass du mich auch auf meinem nächsten Weg begleitest.

Denn eines dürfen wir gewiss sein:
Wir verändern uns. Die Zeiten verändern sich. Die Jahreszeiten verändern sich. Aber Gottes Liebe zu uns bleibt.

Cristina Seibold

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